Die Planetary Okulare unter verschiedensten Lables (TS, HR, TMB pp), mit Brennweiten von 4 bis 9 mm, bieten von der Bauweise her die Möglichkeit sie zu einem kleinen Zoom mit einer Spanne von etwa einer bis 1,5 Brennweiten umzubauen. Dies ist komplikationslos, ohne jeden Werkzeugeinsatz, sowie absolut beschädigungslos möglich. Das Okular kann auch jederzeit schnell zurück gebaut werden.

So kann man z.B. aus einem 5 mm Planetary ein ~ 4,8 bis 3,8 mm Zoom machen, was z.B. an einem gängigen Teleskop mit 1200 mm Brennweite (8 Zoll f/6, 6 Zoll f/8 pp) den Unterschied zwischen etwa 250fach und 350fach macht, also in dem Fall den Rahmen der absoluten Maximalvergrößerung bedient.

Entsprechende Tests mit dem eigenen Teleskop können dann z.B. die Anschaffung einer solchen Festbrennweite oder eines hochwertigen Zooms lohnenswert erscheinen lassen oder auch nicht.

Das Foto oben zeigt ein solches Okular mit teilweise ausgefahrener Augenauflage, über die man bei dieser Serie den Augenabstand durch Drehen am Okularkörper in einem extrem großen Bereich einstellen kann, der eigentlich für die Funktion des Okulars nicht benötigt wird. Genau diesen Umstand kann mann sich zu Nutze machen.

Wir entfernen die Gummiaugenmuschel und den dann sichtbaren Abdeckring mit den zwei Schlitzen, der sich einfach abschrauben lässt.

 

Anschließend können wir den Okularkörper so weit nach unten schrauben, dass wir die Okularkapsel erfassen nach oben aus den Okularkörper schrauben können. Es kann nichts passieren, außer dass die Okulare teilweise an den Gewinden reichlich gefettet sind, sodass man leicht die Linsen verschmiert. Das Fett ist dort völlig unnötig und kann entfernt werden. Das Barlowelement in der Steckhülse des Okulars verbleibt unverändert an seinem Platz.

Nun schrauben wir den Ring auf die leere Okularhülse, dann setzen wir die Okularkapsel von oben in die Gummiaugenmuschel ein.

 

Ich habe mir noch einen kleinen Plastikring geschnitten (habe keinen 3D-Drucker) den ich auf das Gewinde der Okularkapsel geschoben habe. Er sorgt für eine bessere Zentrierung und guten Halt der Kapsel in der Augenmuschel, von der er nun getragen wird.

Die Augenmuschel wird nun wieder auf den Okularkörper geschoben, wo sie in der dafür vorgesehenen Nut gehalten wird.

 

Dreht man nun am Okularkörper nach unten oder nach oben, bewegt sich der obere Okularlinsensatz mit und entfernt sich vom Barlowlinsernsatz in der Steckhülse oder nähert sich an.

Damit hat man also eine Zoomfunktion über etwa 16 mm Spanne. Dabei muss nachfokussiert werden.

  

 

Der Augenabstand ist knapp, wenn man den Kontakt zur Augenmuschel sucht, aber ohne Brille noch akzeptabel. Man kann sich auch mit einer Verlängerung, hier z.B. eine alte ausgediente Augenmuschel ähnlicher Machart, eine für die eigenen Ansprüche gut passende Lösung herstellen, wenn man mit dem Experiment so zufrieden ist, dass man das Okular als Zoom im Bestand belassen und verwenden möchte.

  

Die Drehmechanik kann man nicht nur zum eigentlichen Zoomen verwenden.

Sie bietet auch eine extrem feinfühlige Möglichkeit, die optimale Bildschärfe einzustellen. Die sehr fein dosierbare und leichtgängige Drehmöglichkeit macht, nach der Grobfokussierung über den Okularauszug den Griff zum Fokussierrad überflüssig, denn man kann auch durch minimale Abstandveränderung zwischen den beiden Linsensätzen scharf stellen. Diese Feineinstellung ist deutlich exakter und einfacher möglich als mit vielen Okularauszügen aus dem günstigen Preissegment.

Das ist gerade im Hochvergrößerungsbereich ein echter Vorteil.